Was ist männlich?

Energetisch gesehen haben wir Menschen immer sowohl weibliche als auch männliche Seelenanteile in uns. Das weibliche Element ist dabei im Kern passiv, nach innen gerichtet, gefühlsorientiert, «empfangend» und bewegt sich spürend im Fluss, während die männliche Seite im Kern fokussiert, zielgerichtet, aktiv, konfliktorientiert und nach aussen gerichtet ist. Um als Menschen in einem energetischen Gleichgewicht zu sein, benötigen wir immer beide Anteile, wobei das Verhältnis je nach Tag und Situation durchaus variieren kann. Zum Beispiel kann ein Manager an einem bestimmten Tag mehr Weiblichkeit als Männlichkeit leben, in dem er sich in Mitarbeitergesprächen auf seine Teammitglieder emotional einlässt und eine gute Atmosphäre kreiert. Genauso kann eine Frau mehr Männlichkeit leben, indem sie in einer bestimmten Situation ihr Ziel hartnäckig und fokussiert verfolgt.

Der Mann ist von seiner energetischen Veranlagung her dazu bestimmt, auf längere Sicht gesehen mehr männliche als weibliche Anteile zu leben, um sich in seiner Mitte als Mann zu befinden. Seine Seele strebt danach, einen überwiegenden Anteil «Männlichkeit» zu leben. Genauso wie die Seele der Frau im Grundsatz sich wünscht, mehr Weiblichkeit und weibliche Anteile zu leben, um in ihrer Balance als Frau zu sein. Wenn wir aber unsere Seelenwünsche nicht leben, kommt es früher oder später zu sowohl inneren wie auch äusseren Konflikten. Zu inneren Konflikten, weil uns der Zugang zu unseren tief liegenden Herzenswünschen versperrt ist, wie zum Beispiel dem Wunsch , sich hingeben und emotional fallen lassen zu können, also das «Passive» zu leben. Oder dem Wunsch sich aktiv und AUS EIGENEM ANTRIEB sowohl beruflich wie auch privat Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Dabei können beide Geschlechter die gleichen tief liegenden, unerfüllten Wünsche haben, je nachdem, welche Seite in sich sie eher leben. So trägt beispielsweise der egoistische karriereorientierte Macho denselben Wunsch nach emotionaler Wärme und Liebe in sich, den auch die zum besseren Mann gewordene Karrierefrau in sich hat.

Die inneren Konflikte werden bei allen, die nicht komplette Einzelgänger sind, immer auch nach aussen getragen, allem voran in die Partnerschaft. Denn die Partnerin oder der Partner sind uns am nächsten und deshalb als Projektionsfläche für unsere Bedürfnisse, Wünsche und inneren Konflikte auch am besten geeignet. Ist in einer Partnerschaft der Mann aber nicht in seiner männlichen Kraft und Mitte, kann die Frau auch ihre Weiblichkeit nicht wirklich leben, da weibliche und männliche Anteile sich energetisch immer komplettieren müssen. Konkrete Beispiele sind all die uns bekannten Ehen und Partnerschaften, in denen sich die Frau unerfüllt und vom Mann weder getragen noch verstanden fühlt. Dies zum Beispiel, weil er Konflikte mit Lehrern, Verkäuferinnen oder Service-Mitarbeitern im Restaurant nicht eingeht und sie sich deshalb nicht beschützt fühlt, weil er die Beziehungsarbeit und die Kommunikation ihr überlässt, weil er nicht auf sie eingeht, wenn sie Ängste oder Trauer ausdrückt oder weil er von der Arbeit immer gestresst nach Hause kommt und keine Geduld mit den Kindern hat. Und je frustrierter sie ist, desto mehr nörgelt sie an ihm rum, er wiederum zieht sich immer mehr zurück, stürzt sich in seine Arbeit, wird zu Hause immer passiver und überlässt der Frau im Privaten bald komplett das Kommando. Konkret: der Mann wird immer weiblicher und zur besseren Frau. Die Frau wiederum übernimmt in der Beziehung und zu Hause das Zepter und wird immer mehr in die Aktivität, in die männliche Energie geführt, da sie das durch ihn entstandene Aktivitäts-Vakuum ausgleichen muss. Dadurch entfernt auch sie sich immer mehr von ihren Seelenwünschen und ihrer Weiblichkeit, verhärtet sich und wird zum besseren Mann.

Es liegt deshalb auf der Hand, dass solche Beziehungen früher oder später entweder zu grosser Frustration führen oder gar komplett scheitern, was sich in unserer Gesellschaft unter anderem in einer Scheidungsrate von fast 50% ausdrückt.

Was ist also männlich?
Auch wenn dieser Begriff naturgemäss einer gewissen Subjektivität unterworfen ist, so lassen sich anhand der oben genannten Zusammenhänge doch einige männliche Aspekte definieren:

  • Ein Mann setzt sich Ziele und steht für diese ein
  • Er reagiert auf Kritik überlegt und ist bereit, sich selber ehrlich anzuschauen
  • Ein Mann ist aktiv für sich und andere.
  • Er kennt seine Grenzen und steht ehrlich zu seinen Schwächen
  • Er steht in Kontakt zu seinen Emotionen und kann auf andere eingehen
  • Ein Mann kann entbehren ohne zu jammern
  • Er steht zu seinem Wort und seiner Meinung, auch wenn Gegenwind aufkommt
  • Ein Mann bleibt auch in schwierigen Situationen souverän und wendet exakt die Härte und Hartnäckigkeit an, die es zum Erreichen seines Zieles braucht